Wie ich nach Brisbane kam & der Heiligenschein über Byron Bay

Donnerstag, 27.03.2014

 Nach den ganzen Turbulenzen in Rainbow beach ging es, wieder per Bus, nach Brisbane. Mit dem Bus ist das eine lustige Sache, denn man kauft einfach ein Ticket, z.B. wie ich von Cairns nach Sydney, und bucht minimal eine Stunde vorher den Bus. Dann wartet man einfach an der Bushaltestelle und ist schwuppdiwupp woanders. Cool was? Auf der Fahrt nach Brisbane habe ich ein paar nette Jungs kennengelernt, die mich gleich mit in ihr Hostel gelotst haben. Dort, im „Chilled Backpackers“, habe ich dann ca. eine Woche verbracht. Ich habe wiederum wundervolle Leute kennengelernt, Italiener, Franzosen, Deutsche, Niederländer, Engländer und einen Australier. Brisbane ist eigentlich eine interessante Großstadt in Australien, aber leider sehr hässlich und teuer. Es gibt eine nette Lagune mitten in der Stadt, einen großen Markt ein paar mal die Woche und ein nettes Kunstmuseum.

 

Sonst habe ich ehrlich gesagt nicht viel gesehen und habe nur die netten Bekanntschaften und witzigen Gesprächsabende genossen bevor ich weiter nach Byron Bay gereist bin. Byron hat ein eigenes Feeling. Noch nie habe ich so viel laid back lifestyle, Kunstszene und Surfer gesehen. Nachdem ich angekommen bin, gab es erstmal nirgendwo eine Unterkunft und ein Freund (natürlich wieder aus dem Bus) und ich haben stundenlang nach einer Bleibe gesucht, bis wir beschlossen haben, zu zelten. Als wir gerade auf dem Weg waren, einen passenden Platz zu finden schlug plötzlich das Wetter um. Innerhalb von Sekunden wurde der Himmel aschfahl und gelb, die Temperatur fiel von den üblichen 28 Grad auf 16 runter (hat sich angefühlt wie Minustemperaturen) und es fing an aus Eimer zu schütten, zu hageln, zu stürmen und zu wüten wie verrückt. Nach einer Stunde war dann alles vorbei, die Autos zwar verbeult, aber wieder ein Heiligenschein über Byron. Wir haben es dann geschafft, die Hostelbesitzer zu erweichen und noch einen Platz zu bekommen nach dem ganzen Schock. Ich war dann in einem Zimmer mit 8 Engländerinnen, die ich auf dem Boden sitzend und Vodka aus Sektgläsern aus Plastik trinkend kennengelernt habe. Na das kann ja heiter werden. Nach ein paar Partynächten mit den Engländerinnen und ein paar schönen Tagen auf Sightseeingtour war ich dann vollkommen fertig und bereit für ein neues Hostel am Strand. Dort bin ich, weil es sich natürlich anbot, viel an den Strand gegangen, habe wieder nette Leute getroffen (Chile, Niederlande, Österreich, Italien und Canada) mit denen ich meine Zeit sehr nett verbracht habe. Mit dem Mädchen aus Chile habe ich sogar eine Art mittägliche Routinetour zum besten Eisladen der Stadt entwickelt. Dieser Eisladen war so anziehend und das aus einem guten Grund. Jedes Mal, wenn man eine Eissorte ausprobierte, die sich himmlich anhörte, hat sich dieser erste Eindruck immer bestätigt und man wollte schon sagen „so gutes Eis gibt es nicht nochmal, ich nehme lieber nochmal die gleiche Sorte“. Aber das ging ja nicht, ich wollte ja alles probieren. Also haben wir jeden Tag eine neues Sorte zur Lieblingssorte deklariert, bis die Verkäuferin uns schon beim Vornamen kannte und jeden Tag auf uns gewartet hat. Ja, ja der Süßkram. Aber dann kam etwas dazwischen, was die Idylle etwas ruiniert hat, auch wenn es jetzt, im Nachhinein betrachte, eine absolute Erfahrung wert war. Die nächsten zwei Wochen im Hostel waren KOMPLETT ausgebucht, alle Backpacker mussten raus, da eine neue Welle „Schoolies“ anrollte. Schoolies sind im Prinzip wie Abiturienten, die nach der Schule eine Abschlussfahrt/Party machen und in Scharen zu den schönsten Stränden und/oder Partyorten kommen. Aber nicht nur die Unterkünfte waren nicht mehr existent, sondern auch die Preise (z.B. Käse, der vor einer Woche noch 5$ gekostet hatte, kostete jetzt 8$...). Uns blieb nun nichts anderes übrig, als illegal im Busch zu campen – und das haben wir dann auch gemacht. Wir haben uns eine nette Stelle ausgesucht, ein bisschen aufgeräumt, eine Feuerstelle gebaut, jemanden mit einer Gitarre eingeladen und uns ein wundervolles Camperleben gemacht. Ich glaube, das war die illegalste Woche meines Lebens (campen ist verboten, Lagerfeuer ist verboten, Abends am Strand sitzen ist auch verboten – haben wir alles gemacht!). Meine Freunde dort waren zwei deutsche, ein Canadier und ein paar Engländer, die uns hin und wieder in unserem Elysium besuchen gekommen sind. Um doch ein bisschen Komfort zu haben, sind wir abends zurück ins Hostel geschlichen, haben geduscht und was warmes zum Essen gekocht (wieder illegal). Aber um das aufzuklären: 1. Es duscht sich nicht gut und man wird auch nicht sauber in einem Salzgehalt von ca. 3,5% und ohne Seife (das Salz klebt!) und 2. Alles, was wir zum Essen bei 30° in einem Zelt aufbewaren konnten waren Toast, Peanutbutter, Kekse, Cracker und Marmelade. Glaubt mir, diese Kombination, wie man sie auch dreht, zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendbrot für mehr als drei Tage ist nicht lustig. Als wir dann doch etwas zu illegal lebten, habe ich beschlossen, weiterzuziehen.

   

Und zwar wieder zurück nach Sydney. Ja Sydney. Was soll ich nur darüber sagen. Als ich dort ankam war mir noch nicht bewusst, wie sehr ich diese Stadt lieben und wie viel sie mir geben würde…

Rainbow Beach und Fraser Island - wahoooooooo!(Ps: das sind die Dingos...)

Mittwoch, 01.01.2014

Rainbow beach und Fraser Island. Fraser Island ist die größte „Sandinsel“ von Australien. Sie besteht zu 70%  aus Düne. Dahin haben wir einen dreitägigen Gruppenausflug per „4 Wheel drive car„ (Geländewagen mit Allradantrieb) gemacht, diesmal mit meinen neuen Freunden von überall her (Österreich, Schweden, Finnland, Deutschland, USA, Canada, Ukraine, Frankreich, Italien und Polen), die ich am ersten Abend im Hostel kennengelernt habe. Ei, ei, ei. Wer schon mal mit einem Auto in England gefahren ist, hat schonmal die erste Hürde genommen. Falsche Seite der Straße, falsche Seite im Auto, alles falschrum, alles down under…  Und dann kam er. Der Sand. Tiefer Sand. Böser Sand. Dünensand.  Auf Sand zu fahren ist inetwa so, wie Glatteis, wobei dir das Steuer zusätzlich noch ein bisschen nach links und rechts ausbricht . Unkontrollierbar manchmal. Da zählt nur – Gefühl. Aber Spaß macht es! Sehr sogar. Als wir dann endlich die Tour von Besichtigungspunkt zu Besichtigungspunkt abgefahren haben, durften wir ins Camp einkehren. Dort haben wir dann unsere Zelte bezogen und haben am Lagerfeuer ein bisschen Musik gemacht und getrunken. Übrigens: Ein bisschen auf eigene Faust rumwandern ist auf Fraser keine gute Idee, denn die Insel ist nicht nur wegen der Düne berühmt, sondern in erster Linie wegen der Dingos (siehe eine der ersten Bloggs). Die leben dort auf der Insel ( der einzige Platz, wo es sie noch in freier Wildbahn gibt) und wären auch ganz lieb, wenn nicht alle ihren Müll rumliegen lassen würden, weshalb Dingos neuerdings in menschennähe leben und auch mal einen angreifen – schließlich sind es wilde Hunde. Aber auch wenn sie gefährlich sind, niedlich sind die Welpen auf jeden Fall… Am schönsten war es an einem See, leider habe ich den Namen vergessen, aber ich google das noch, der mitten im Wald neben einer der großen Dünen war. Ein weiteres unvergessliches Erlebnis auf Fraser war wohl eher eine zufällige Entdeckung. Eines Nachts sind wir noch, natürlich nur im Schutz einer großen Gruppe, an den Strand, um uns den Vollmond anzusehen. Da es bewölkt war, hat das nicht ganz geklappt und wir haben angefangen, Musik zu hören und zu tanzen. Da ist uns aufgefallen, dass man, wenn man mit den Füßen über den Sand streift, eine Art Funkenschweif produzieren kann, der aussieht, wie der Sternenhimmel. Also saßen ca. 30 Mann eine halbe Stunde lang auf dem kalten Sandboden und haben wie die wilden im Sand gewühlt. Leider sind solche Momente wie dieser nie für die Nachwelt festhaltbar, aber ich habe sie sicher in meinem Gedächtnis gespeichert. Hoffe ich^^ (Also in Bezug auf mein „gutes“ Gedächtnis)…

Nach der 3Tagestour sind wir zurück nach Rainbow beach gekommen, der so heißt, weil dort die Felsen so viele verschiedene Farben haben, dass es aussieht wie ein Regenbogen. Dort haben sich dann alle Bekanntschaften wieder zerbröselt, wie das immer so ist bei Backpackern… Der eine geht dorthin, der andere dahin und man hatte eine gute Zeit, obwohl man den Menschen nur kurz kannte und wahrscheinlich nie wieder sehen wird. Ein bisschen traurig macht mich das manchmal schon, denn viele sind tolle Menschen mit tollen Geschichten, die einem schnell ans Herz wachsen…

Von Cairns down the East Coast

Mittwoch, 01.01.2014

Ich habe eine Zeit lang nichts gebloggt, was wohl daran lag, dass ich so viele verschiedene Dinge zu verarbeiten hatte…

Aber jetzt möchte ich endlich wieder damit anfangen…

Also, stehen geblieben waren wir glaube ich in Carins – meine Güte, gefühlte Jahrzehnte her nach Australienzeit – die Zeit rennt hier schrecklich. Ich bin noch ein bisschen in Cairns versumpft, bin ausgegangen, habe Spaziergänge gemacht und ein paar Ausflüge. Einer davon ging nach Kuranda, anderthalb Stunden mit dem Bus ins Landesinnere. Kuranda ist eine nette kleine Stadt im Regenwald, den wir auch besichtigt haben. Ich war mit einem Mädchen unterwegs, das sich Wochen zuvor den Mittelfuß gebrochen hatte und demnach im Schneckentempo vorwärts kam – aber so konnte ich in Ruhe ein paar Fotos schießen. Für den Weg zum Wasserfall (ca. 4 km) haben wir ganze drei Stunden gebraucht, also eine Menge Fotos. So schrecklich spektakulär war der dann leider nicht, aber die ganzen Informationstafel waren wirklich interessant – wie die Dinge ihren Namen bekommen haben (also ihren Aborigininamen) und welche Geschichten dahinterstecken.

Dann endlich, nach ungefär sieben Tagen, habe ich es endlich geschafft, ein Busticket zurück nach Sydney zu buchen, also die Ostküste runter. Mit dem bin ich erstmal spontan nach Townsville gefahren, weil ich zwei Österreicherinnen im Bus getroffen habe, die einfach so cool und lustig waren, dass ich mit den mitfahren musste und da mein neues Lebensmotto für Australien ist – buche nicht im vorraus, das nimmt der nur den Spaß und man verpasst die ganzen spontanen Dinge, die so passieren- habe ich nicht vorbereitet und habe es einfach auf mich zukommen lassen. Die beiden haben ein paar Jungs in Townsville gefunden, die bei der Armee arbeiten und ein Appartment haben und ein Gästezimmer – neudeutsch auch bekannt als couchsurfing. Bei denen haben sie dann nach einer Busfahrt voller Blödsinn und gelächter angerufen und Bescheid gesagt, dass noch jemand mitkommt – kein Problem, alles erledigt sich von selbst, prima! Die Wohnung war wirklich schön und die beiden, bzw. vier, weil sie zwei entzückende Hunde hatten, sehr nett. Dort sind wir zwei Tage geblieben und dann mit der Fähre nach Magnetic Island rübergefahren und erstmal los auf den ersten Wandertrack. Zumindest wollten wir das, bis wir diesen wunderschönen Strand gefunden haben und etwas steckengeblieben sind. Deswegen mussten wir dann um vier nachmittags schnell noch los, denn wir haben gehört, dass es auf Magnetic wildlebende Koalabären gibt. Nachdem wir zwei Stunden gewandert waren und zwar einen schönen Ausblick hatten, aber langsam bockig waren, weil keine Koalas da waren, haben wir ein Quatsch-Koala- komm- doch-raus- Lied gesungen und siehe da, da saß er zusammengeknüllt auf einem Baum. Jippie. Danach war ich noch einige Tage auf Magnetic, weil es wirklich schön dort ist und habe mich spontan entscheiden, zu einer vorgezogenen Halloween- Party zu gehen (am 26.10). Ich habe extra Schminke gekauft und mich als Voodoo- priesterin verkleidet. Ich hatte überall Augen und Knochen aufgemalt und einen Schrumpfkopf aus einem großen Samen und Federn um den Hals. Manche der Kostüme waren wirklich super – ich glaube das beste war ein furchterregender Clown mit Brandnarben und halb verbranntem Kopf und Maske, da steckte eine Menge Kostüm- und Schminkarbeit drin…

Danach bin ich weiter nach Arlie Beach gefahren, einer teuren Kleinstadt mit dem einzigen Überfahrthafen zu den Withsundays, einer Inselgruppe mit den wunderschönsten weißen Sandstränden, die ich je gesehen habe. Ich habe eine Tour mit einem Katamaran gebucht und am zweiten Tag los. Auf dem Katamaran habe ich gleich die ersten Bekanntschaften gemacht mit zwei Pärchen aus Deutschland, einem Portugiesen und einer Französin. Nach ein paar Stunden auf See sind wir in der Nähe einer Insel vor Anker gegangen und sind ein bisschen geschnorchelt um dann die Reise zu Whitehaven beach fortzusetzten, ein Strand der so aussieht, wie er heißt – weißer Hafen. Um an Land zu kommen, wurden wir per Motorschlauchboot Richtung Strand gefahren und die letzten paar Meter waren immer die nassesten, da man vom Boot aus ins Wasser hüpfen und an den Strand waten musste…

Auf dem Rückweg habe ich noch ein paar nette, tiefgründige Gespräche über Gott und die Welt mit den Deutschen geführt – die Stimmung dazu war ja da, weil gerade ein atemberaubender Sonnenuntergang im Anmarsch war.

Zurück in Arlie Beach habe ich dann noch ein paar Tage ausgespannt und die Sonne genossen und bin nebenbei in ein Dutzend Leute gerannt, die ich schon von Cairns oder Townsville oder einfach aus den Hostels kannte.

Nach Arlie Beach war den nächste Stop Agnes Water, ein kleines Nest am East coast an dem es die billigsten Surfstunden gibt. Und natürlich haben wir – ein paar Mädels aus England, mit denen ich eine kurze Zeit gereist bin- das gleich ausgenutzt und haben für 17$ (ein wirklich nicht zu toppender Preis, zum Vergleich in Cairnsnähe oder Sydney bezahlt man ca. 60$ die Stunde) eine Surfstunde genommen. Oh Mann, surfen ist schwer, aber verdammt lustig. Das schwierigste ist, die Welle genau an der richtigen Stelle zu erwischen, damit man auf ihr „reiten“ kann, das sie einen sozusagen trägt (wenn man es richtig macht, spürt man das richtig, dass es so einen Schub gibt). Da hieß es immer paddeln, paddeln, paddeln bis man auf der Welle ist  und da kommt dann gleich der zweit schwierigste Part ins Spiel-  das Aufstehen! Idealerweise geht das in Sekunden und man drückt sich mit den Armen hoch und springt mit den Beinen in die richtige Position. Natürlich darf man dabei das Gleichgewicht nicht verlieren oder falsch auf dem Board stehen, weil man sonst hinten, vorne oder zu den Seite runterfällt… und das ist es schon. Übrigens, wenn man runterfällt, läuft einem das wirklich hochprozentige Salzwasser in Mund, Ohren und Nase, vor allem weil die Wellen hier mörderisch sind, nicht zu vergleichen mit deutschen Wellen auch bei starkem Seegang. Die Wellen ziehen einem, schon wenn man im seichten Wasser steht,  die Beine weg und man macht eine Rolle, schneller, als man gucken kann. Dieser ganze Spaß war nach 2,5 Stunden vorbei und allen brannten die Augen und der Muskelkater am nächsten Tag war von einem anderen Stern… Einen Tag später war Halloween und meine verrückten englischen Freunde – Memo an mich und alle anderen, die das hier lesen, ENGLÄNDER SIND DIE VERRÜCKTESTEN MENSCHEN, DIE ICH JE GESEHEN HABE (natürlich „verrückt in a good way“  wie wir immer sagen, aber trotzdem durch die Bank weg verrückt)- haben sich Kürbisse ausgehöhlt und sie auf dem Kopf getragen. Die sahen alle aus, wie der kopflose Reiter ^^

Aber da Backpacker immer „on the run“ sind,  musste auch Agnes Water die berühmte winkende Hand bekommen (Referrenz zur Queen, die immer so komisch winkt, wenn sie vorbeifährt, reitet oder so) und wir sind weitergezogen – nach…

down in civilisation again...

Freitag, 11.10.2013

Es hat noch drei Tage gedauert, bis wir endlich wieder in Cairns waren- und die waren nicht ohne. Nachdem wir von der Truckergaststätte wieder aufgebrochen sind, wollte ich gerne Laura und Cooktown besuchen. Laura, weil dort einige einzigartige Wandmalereien der Aborigines zu finden sind und außerdem, weil dort eine der Überreste des damaligen Goldrauschs noch immer sichtbar sind (Palmer River Goldfields). Cooktown, weil James Cook dort mit seiner Endeavour auf Riff gelaufen ist und für die Reperatur einige Wochen brauchte. Deshalb besiedelte er diese Stelle als erster Europäer  - mit mehr oder minder wenig Erfolg, denn von seinen 34 Mann waren am Ende noch 2 übrig...

Da hier alles wahnsinnig teuer ist, haben wir beschlossen, uns allein aufzumachen, um die Wandmalereien zu finden. Großer Fehler! Ich glaube das war die härteste und nervenzerreibenste Tour, die wir soweit zu bezwingen hatten und danach haben wir geschworen, nie wieder "sidetours" - also Wege neben der normalen Route. Wir sind erst ein bisschen ins Hinterland gefahren in einen aboriginal county namens Jowalbinna im Gebiet Wulburjubur (ein PS an dieser Stelle: Die ursprüngliche und zum Teil noch gesprochene Sprache der Aborigines ist sehr interessant und besteht meistens aus endlosen Silben mit vielen Vokalen. Weiterhin werden die Wörter meist unterbrochen durch Knacklaute oder sehr tiefe Kehllaute bzw. Nasallaute, die wir Europäer wohl gar nicht nachmachen könnten mit unseren kleinen Nasen). Ab hier hatten wir keinen Empfang. Nicht mal das Navigationssystem kannte Karten von diesem Gebiet, weswegen es mir anvertraut war, die manuelle Landkarte zu lesen, die z.T. nicht klein genug war, um zu erahnen, was auf uns zukam. Die "Straße", genannt "old coach track" von Laura nach Maytown (einer alten Minenstadt) bestand ab da nur noch aus Sand und Steinen. Gut, das kannten wir schon. Aber was danach kam, habe ich so noch nie gesehen. Ganze Felsblöcke musste sich unser armes Auto hoch- und runterwuchten, zum Teil bis zu einem Meter hoch. Nachdem wir so seit 3 Stunden gefahren waren, die Berge bestehend aus splitterndem Felsen und die Täler aus Flussbetten voller riesiger Steine und Baumstämme, gab unser Auto langsam den Geist auf. Der Tank war fast leer (mit so einem Benzinverbrauch hatten wir nicht gerechnet), der Motor ächzte und stank, beide hinteren Stoßdämpfer waren dahin und wir haben, bei einem besonders brenzligem Stück mit einer Schräglage von ca. 45° und einem bergab Neigungswinkel von ebenfalls 45° die Stabilisatoren für die Achse zerbrochen (Knack und wir konnten die Stücken auflesen. Normalerweise eine solide Metallstange...). Und zu allem Überfluss hatten wir noch ca. 2 1/2 Stunden Sonnenlicht um entweder aus dem Gebirge herauszufinden oder mitten im absoluten nirgendwo bei 39°, kaum Bäumen, nur teilweise Funkkontakt und allerlei Wildtieren (es war schließlich mitten im Wald) ein Camp auf nacktem Stein aufzubauen. Oh, hab ich ganz vergessen - wir hatten von den 150 km laut Karte gerade mal 50km hinter uns, d.h. wir kamen in einem Schneckentempo von nicht mal 10km/h vorwärts, weil die "Straße" sich so ewig wand (immer nur die Bergrücken lang) und wir mehr Höhenkilometer als alles andere machten. Wir entschieden uns, dem Motor 20 Minuten Pause zu gönnen und etwas zu essen. Danach holperten wir weiter (wenn ich das hier so schreibe wir mir erst klar, warum ich so viele blaue Flecken habe...) und fanden tatsächlich den richtigen Weg- an Minen und gruselig verfallen Häusern vorbei und Privatgrundstücken mit mindestens 5 Wachhunden- zur sandigen Hauptstraße. Von da an dauerte es nur noch 2 Stunden, bis wir, endlos müde, an einer Autobahnraststätte halt machten und campen durften. Ich hab da mal einen Link gefunden, um es selbst nicht zu vergessen, was wir da (eher aus versehen) gemacht haben...

http://www.fc4magazine.com/old-coach-road-maytown.html

Am nächten Tag sind wir in den Regenwald aufgebrochen. Das hatte ich mir schon immer gewünscht - campen im Regenwald! Die Vielfalt an Bäumen, STräuchern, Gräsern, BLumen, INsekten und was weiß ich nicht alles ist einfach atemberaubend in einem "wet rainforest" - übersetzt glaube ich sowas wie immergrüner Regenwald oder feuchte Tropen. Ich habe ein kleines Wildschwein gesehen, Cassowaries - riesige Vögel die bis 2 Meter - ja 2 Meter- hoch werden und einen Fußabdruck von 50cm Länge hinterlassen, Schmetterlinge in allen Größen und Farben, Spinnen (Bäh! Riesig fette Dinger. Habe leider vergessen, ein Foto zu machen, aber die waren bestimmt so groß wie meine Hand) und viele andere. Dort, in "Cape Tribulation" und dem "Daintree Rainforest", sind wir zwei Tage geblieben. Ich habe sogar an einer Poolbillardmeisterschaft teilgenommen - und bin gleich rausgeflogen in der ersten Runde^^ Naja, am Ende hat sich rausgestellte, dass der Typ, gegen den ich spielen musste, alle anderen Spiele auch gewonnen hat und damit das Turnier, also no shame on me... Am letzten Tag haben wir noch schnell Port Douglas, eine malerische Stadt direkt am weißen Sandstrand, besucht und sind dann wieder nach Cairns zurückgekommen, wo ich endlich nach 14 Tagen zerlöcherter Luftmatraze (also im Prinzip habe ich die ganze Zeit direkt auf dem Boden geschlafen) wieder in einem echten, weichen, nicht schmutzigen Bett geschlafen habe. Traumhaft. Da weiß man erst, was man hat...

Mal sehen, was so der Plan ist die nächsten Tage. Ich glaube ich brauche erstmal ein paar Tage Erholung vom Urlaub^^

to the tip - part 3

Freitag, 11.10.2013

Wir blieben als eine Nacht in Bramwell und setzten dann unsere Reise Richtung Norden fort. Auf dem Weg dorthin haben wir viele brennende Bäume gesehen, die berühmten „bushfire“. Einmal sind wir sogar direkt an einem vorbeitgefahren. Hier oben kümmert es niemanden, ob der Wald abbrennt. Sie könnten es wohl eh nicht löschen, da die Fahrzeuge fehlen und die Straßen zu schlecht sind, um die Feuer rechtzeitig einzudämmen. Außerdem, so erzählte mir ein Farmer, seien die Feuer manchmal nicht schlecht, denn sie bildeten die Grundlage für neues Leben auf dem trockenen, sandigen Boden.

Apropos sandig. Als ich das erste Mal eine Sandstraße in dem berühmten Rot gesehen habe, fand ich das wunderbar. Mittlerweile, über Tage hinweg nur rote Sandstraßen und der Staub, der wirklich überall ist und alles einfärbt (es ist unmöglich, nach einer Dusche lange sauber zu bleiben), ist es schwer, noch so begeistert von ihm zu sein. Ich habe das Gefühl, meine  Füße sind rot gefärbt für immer vom vielen barfußlaufen… 

Am vierten Tag, wenn ich richtig gezählt habe (man verliert vollkommen den Überblick, da man keine Verbindung zur restlichen Welt hat) sind wir an ein paar traumhaften Wasserfälen und „waterholes“ – also einfach Wasserlöchern-  vorbegekommen und konnten, trotz der Krokodilwarnungen,  nicht wiederstehen, einfach von einem Felsvorsprung in das kalte Wasser zu springen. Wir haben dann wild gecampt an einem der Flussläufe. Die Aussicht war unbeschreiblich. Am folgenden morgen konnte ich schon um 6 nicht mehr schlafen, auch wegen der Krokodile, denn es ist nicht ungefährlich, so nah am Wasser zu campen, und bin den Fluss abgelaufen. Keine Krokodile in Sicht, alles gut. Es gibt nichts schöneres, als am Morgen, bei all dem Nebel über dem Wasser und dem rauschenden Wasserfall daneben, schwimmen zu gehen und den Sonnenaufgang zu beobachten.

Endlich, am fünften Tag unserer Reise, sind wir an der nördlichsten Spitze von Australien angekommen. Nachdem wir das so wichtige Schild, kletternd und stolpernd über all diese spitzen Felsen, besichtigt hatten suchten wir uns eine Campingplatz direkt am Meer. An diesem Strand haben wir, ca. um 7am, ein riesiges Krokodil von vielleicht 5 Metern, 100m vom Strand entfernt im Wasser schwimmen sehen. Normalerweise bleiben Krokodile lange Unterwasser, denn sie können für mehr als 5 Stunden die Luft anhalten. An diesem Tag war aber der Seegang so stark, dass es ab und zu an die Oberfläche kam (alle 5 Minuten). Ich war seit diesem Tag noch wachsamer als sonst, denn viele Besitzer der Campingplätze erzählten uns, dass diese Krokodile über nacht an den Strand kommen bzw. auch am Tag. Glücklicherweise war es aber so heiß (immer um die 32°), dass es ihnen am Tag zu warm war. Und nachts sollte man sowieso nie an den Strand gehen – hunting season is about to begin… Der Ozean, der so einladend aussah, ist aber nicht nur voll von Krokodilen. Auch Haie tummeln sich dort am Riff, auch der „agressivere“ weiße Hai und viele giftige Fischarten, wie Rochen, Steinfische etc. Auch viele Quallen sind hier hochgiftig und töten in Sekundem mit ihren langen Tentakeln. Auch wenn ich es bei dem Anblick oft bereut haben, schwimmen in der „coral sea“ ist gefährlich und nicht möglich.  

Wir sind oft fischen gegangen und haben sogar ein paar Mal etwas gefangen. Der größte Fisch war ca. 80cm groß. Einmal hatten wir einen 1,5m Meter großen Fisch an der Angel, aber leider war ein e 2m Hai schneller als wir und hat die Beute samt Haken mitgenommen. Dies passierte noch einige Male, insgesamt 6 Köder sind dabei draufgegangen bis der Hai endlich satt war. Erst später bemerkte ich ein paar Meter neben unserer Angelstelle auch komische Spuren im Sand. Nach einigem grübeln war klar, was das war. Spuren eines Babykrokodils (ca. 2m) und wie es schien relativ frisch,vielleicht 1-2 Stunden alt. Das Leben hier ist wirklich um einiges gefährlicher als zuhause! Spinnen hatte ich brigens mittlerweile auch schon im Zelt und über meinen Füßen, aber zum Glück hat keine zugebissen… Der Fisch da oben ist übrigens ein "Queenfish" und war ca. 1m groß.

Nach ein paar Tagen „up the tip“ haben wir beschlossen, den Rückweg anzutreten, denn es wurde zunehmend wolkiger und windiger, was eine frühe wet season bedeutet. Im Umkehrschluss heißt das tagelanger Platzregen, matschige, rutschige Wege mit einer hohen Wahrscheinlichkeit des Steckenbleibens, überflutete Flussbetten und unpassierbare, kaputte oder weggerissene Straßen – das musste nicht sein mitten im nirgendwo mit Menschen alle 200km…

Den ersten Tag auf dem Rückweg haben wir nochmal relativ wild am Meer gecampt, neben wundervollen Felsformationen mit unterspülten Höhlen und sogar einer widerlich stinkenden Fledermaushöhle, die über Meter in den Fels zu gehen schien. Der zweite Halt war wieder der Truckercampingplatz, auf dem lustiger Weise gerade an diesem Abend die Finals der FRL liefen. Endlich konnte ich (halbwegs) in Ruhe ein komplettes Spiel dieses komischen Sports sehen, erklärt von ein paar Truckern an unserem Tisch und begleitet von authentischen Flüchen und männlichem Benehmen während einem Sportereignis…  Ich habe festgestellt, australischer Rugby ist eine Mischung aus brutalem american football und Wrestling mit viel Bodenkontakt und teilweise entstehenden Boxkämpfen- aber das ist meine persönliche Meinung… 

to the tip - part 2

Freitag, 11.10.2013

Am folgenden Tag begann die Fahrt auf dem „telegraph track“, der auch liebevoll teletrack (ausgesprochen tälli) genannt wird. Dieser wurde im 18. Jh von den ersten Siedlern gebaut, um eine Telefonleitung zur nödlichsten Spitze zu legen. Damals war dieses Gebiet komplett besiedelt von Ureinwohnern, die die Arbeiter und die Leitung nicht befürworteten und sie regelmäßig angriffen und zerstörten. Ein regelrechter Kampf entbrannte damals um diese Leitung.

Der Weg, der zu dieser Zeit geschlagen wurde war wohl damals genauso schlecht wie heute. Er ist nur mit einem Fahrzeug mit Vierradantrieb passierbar und voll von Felsen, tiefem Sand, Bäumen auf der Straße und tiefen, steilen Flussbetten. Zum Glück war die letzte „wet season“, also die Regenzeit, sehr kurz gewesen, weshalb das Wasser in den Flüssen noch überschaubar tief und die Strömung nicht so stark war. Trotzdem musste man immer auf der Hut vor Krokodilen, Spinnen und Schlangen sein. Bevor wir einen dieser Flüsse passierten sind wir immer um oder durch den Fluss gelaufen, um die Tiefe abzuschätzen und die Möglichkeit, stecken zu bleiben. An jenem Fluss bin ich gerade ausgestiegen um das Wasser zu prüfen und Fotos zu machen, da schlängelte eine der giftigsten Schlagen Australiens  (zu dieser Zeit wusste ich das allerdings noch nicht) 1m neben meinen Füßen durch eine Felsspalte. Nicht angenehm. Und sie hat sogar vorgehabt, mich anzugreifen, wie man an ihrem ausgestreckten Kopf uind den schlängelnden Bewegungen erkennen konnte. Ich habe ihre lautlose Warnung schnell verstanden und bin lieber auf Abstand gegangen.

By the way (wo wir gerade bei gefährlichen Tieren sind): In Australien gibt es zwei wesentliche Arten von Krokodilen. Die eine Art, die „freshwater crocs“ sind nur im Süßwasser zu finden. Sie sind wenig bis nicht agressiv und werden nicht allzu groß (nicht allzu groß ist hier 2-3m). Die wesentlich gefährlicheren Krokodile sind die „saltwater crocs“, die in jedem Wasser, sogar im Meer, leben. Diese Krokodile bewachen ihr Territorium sehr stark und greifen auch Menschen an. Sie werden auch um einiges größer als die freshwater crocs. Sie können Größen von2 m (Babykrokodil) bis 10 m erreichen. Das größte jemals gesehene Krokodil soll 18m lang gewesen sein (was kein Wunder ist, wenn sie im Ozean leben können). Auf dem übernächten Campingplatz sollten wir Zeuge eines dieser Krokodile werden, aber eins nach dem anderen.

Unser nächster Halt war Bramwell Station, ein großer Campingplatz auf dem regelmäßig Feste stattfinden. Auf diesem Festen werden allerlei Farmspiele gespielt, wie z.B. „Catch the pig“, „Catch the cow“ oder das berühmte Äpfel aus einem Pott fischen. Dort konnte ich zum ersten Mal Känguruhs hautnah erleben. Ich entdeckte sie zufällig 15 m von meinem Zelt entfernt. Es war eine Mutter mit 3 Kindern, die sich ab und zu balgten. So niedlich.

Und eine Kuh mitten mang. Übrigens, überall wo man hinkam lernte man neue Leute kennen, mit denen man plaudern konnte. Die Menschen hier sind wirklich sehr herzlich, hilfsbereit und absolut offen für ein Pläuschchen. Und alle haben gute Geschichten zum besten zu geben und trinken eine Menge Bier. Hier oben gibt es Massen von Rindern, die auf den Farmen großgezogen werden und dann einfach neben der Straße grasen (dort auf dem Campingplatz hatten sie gerade neue Kälbchen, deswegen kam ich drauf) oder auf/über die Straße gehen. Also vorsicht auf australischen Straßen – hier rennt alles kreuz und quer!

to the tip part 1

Dienstag, 08.10.2013

 

 

Ich versuche mal, die ganzen Erlebnisse der letzten 8 Tage zusammenzufassen… Wir sind in Cairns gestartet und durch eine nicht enden wollende,  staubende Landstraße mit nichts außer Sträcuhern und verbrannten Bäumen gefahren. Die Strecke entlang des Ozeans war wirklich wunderschön und durchzogen von weißem Sandstrand und vom Wasser umspülten Felsen.

Wir sind den ersten Tag wohl etwas zu lange gefahren, denn es war schon stockdunkel, als wir auf der Suche nach einen Platz für die Nacht waren. Nach einiger Zeit des Umherfahrens haben wir uns dann für einen Campingplatz entschieden, dessen Besitzer auch, nach einigen Versuchen des Klopfens, von seiner Couch aufgestanden ist und uns einen Platz zugewiesen hat – nicht ohne uns um 11 Uhr nachts einen ewigen Vortrag über die nächtlichen Gefahren zu halten. Dies war meine erste Nacht unter freiem australischem Himmel und ich war noch nicht an die verrückten Geräusche gewöhnt, die das tierische Nachtleben von sich gibt… Jedesmal bin ich zusammengezuckt, wenn wieder etwas draußen rumorte oder über mein Gesicht krabbelte und habe meine Taschenlampe bereitgelegt, um nachzuschauen, ob es nicht etwa eine giftige Spinne ist. Am nächsten morgen wurde ich von einem raschelnden Geräusch geweckt. Dunkle Schatten umkreisten mein Zelt und einmal sind sie sogar gegen mein Zelt und darüber hinweg gesprungen. Als ich endlich den Mut aufbrachte, aus meinem Zelt zu klettern, stellten sich die raschelnden Geräusche als „bushturkey“ – eine Art wildlebende Truthähne heraus, die sich rund um mein Zelt gescheucht hatten. Kleinere Geräusche verursachten die kleinen Eidechsen und giftigen Schlangen im Unterholz. Der nächste Tag brachte wieder eine lange fahrt auf sandigen Straßen mitsich. Diesmal achteten wir darauf, dass wir noch vor der Dämmerung das Camp aufbauten. Wir blieben auf einem Campingplatz neben der Hauptstraße, auf dem sich freilaufende Kühe, Adeler, Raben und allerlei andere Tiere tummelten. Ich habe sogar einige der weißen Kakadus in freier Wildbahn fliegen und kreischen sehen und bin auch nah genug rangekommen, um sie zu fotografieren (die sind verdammt scheu).

 

 

 

An diesem Abend lief zufällig das Event des Jahres im Fernsehen- das Halbfinale der FRL, d.h. des australischen Rugby. Wir saßen also im Pub und begegneten dort hauptsächlich Truckern, die wahnsinnige Geschichten zu erzählen hatten. Der eine Mann um die Sechzig war nie zur Schule gegangen und hatte sein Leben mit Trips quer durch den Busch verbracht. Er erzählte Geschichten über selbstgebaute Flöße, Unfälle, Krokodilattacken und das ewig betrunkene Leben mit dem Rum. Einmal ist er mit seinem Truck, beim Versuch, ein Flussbett zu durchqueren, stecken geblieben. Um ihn bei Nacht aus dem Fluss zu bekommen ( und es muste möglichst schnell gehen, wegen den Krokodilen), sammelte er Holz, um es unter den Truck zu schieben. Durch die Strömung fiel, als er gerade unter dem Truck lag, die Konstruktion zusammen und schlug ihn alle Vorderzähne aus (wie man noch sehen konnte). Sie erzählten auch von dem Problem mit den Aborigines und dem Alkohol – es gibt hier alcohol restrictions, damit sich die Ureinwohner nicht hemmungslos betranken, weil es nichts anderes zu tun gab. Diese Problem war, so meinten sie, durch den Staat verursacht, der die Aborigines fürs Nichtstun bezahlte, weil es so schwer war, sie zum arbeiten zu bewegen bzw. eine Arbeit zu finden. Also hatten sie Geld, mit dem sie nicht wussten, wie und für was sie es ausgeben sollten und verzockenten und vertranken es… Weitere Probleme hier oben waren die Viehzucht, für die Geld (sowohl Abnehmer mit Transportmitteln, als auch Geld zum Bau von Ställen und Reperatur) fehlte und die Wildhundplage. Ich war wirklich traurig, als wir ins Bett mussten, um am nächsten Tag wieder einige Kilometer hinter uns zu bringen, denn die Geschichten waren wunderbar und sehr spannend.

Schnorcheln am Great Barrier Reef

Donnerstag, 26.09.2013

Heute, am 26.09.2013 habe ich eine Tagestour zu einer kleinen, wenig "menschenbefallenen" Insel namens Frankland Island gemacht. Ich bin um 6:30 aufgestanden, um 7:30 hat mich der Bus eingesammelt. insgeamt hat es dann noch ca. eine Stunde gedauert, bis wir auf dem Boot waren. Das fuhr zuerst ein bisschen den Fluss entlang Richtung Meer. Da es in Australien an dieser Stelle die meisten und einzigen Salzwasserkrokodile der Welt gibt, haben wir natürlich mächtig Ausschau gehalten. Und tatsächlich- eins habe ich gesehen. Zoomt mal Bild 2 ran, dann seht ihr es auch...

Der Kapitän meinte, es wäre, wenn man nahe dran ist, eines von den großen Krokodilen und ungefähr 2 - 3 m lang.

Danach gings ab aufs offene Meer. Von da aus konnte man unsere Insel schon sehen, die Teil mehrerer kleiner Inseln war. In einer halben Stunde auf pieksenden Korallenüberresten und Muscheln hatte man sie umrundet. Aber auch abschnitte mit Vulkangestein, Felsen, Mangroven und traumhaftem weißen Sand waren auf der Insel zu finden. Ich habe gar nicht lange gefackelt, hab mir sofort Brille, Schnorchel und Schwimmflossen gegriffen und bin ins Wasser. Meine Güte, das brennt das Wasser. Überall ist es reingelaufen... Ohren, Nase, Mund und es brennt sogar, wenn man es versehentlich schluckt. Zum Glück habe ich mich nicht verschluckt...

Ich hatte mir extra für diesen Tag für einen kleinen Nebenkostenpunkt von 36$ eine Unterwasserkamera gemietet. Vorher war ich sehr skeptisch, ob denn Bilder unter Wasser wirklich gut werden, aber urteilt selbst...

Die Schildkröten waren das beste! Habe auch Videos, aber auf die müsst ihr warten, wenn ich wieder zuhause bin...

An der einen Stelle des Riffs wurde es dann wirklich brennzlich und ich habe wirklich kurz überlegt, um HIlfe zu rufen. Die Strömungen an den Außenkanten der Insel sind mörderisch... Wahnsinn! Obwohl ich von mir denke, dass ich gut schwimmen kann und für eine Menge Situationen eine "schwimmbare Lösung" parat habe, war das wirklich verdammt gefährlich und ich bin froh, das wieder mein Schutzengel dabei war. Teilweise war die Strömung bzw. der Wellengang am Riff so heftig, dass man kapp zwei Meter zurück gesogen wurde und drei vor. Nun war das Riff an der Stelle, wo ich geschnorchelt bin, nur wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche (was ich vorher nicht wusste, es war gerade Ebbe und ich schon 2 Stunden im Wasser, also Powerlevel 75% und stetig sinkender Wasserstand). Nun kam es dazu, dass ich mich zwischen den Riffen im Laufe der Zeit völlig verkeilt hatte und gefahr lief, "aufzulaufen". Das würde wohl noch kontrollierbar gehen, aber mit dem unkontrollierbaren Wellengang und den plötzlich sinkenden Wasserständen wurde ich schnell zu einem menschlichen Wasserball. Gegen den Zog schwimmen und bei "Hochwasser über das Riff kommen - keine Chance. Nicht mal ein paar Zentimeter bin ich vorwärts gekommen. Und das mit brennenden, tränenden Augen und ständig Wasser in der Nase... Ein paar Mal war es wirklich knapp und ich hätte mir beinahe alles aufgeschrabt, was nicht nur doll wehtut, sonder auch giftig ist...

Aber zum Glück ist alles gut gegangen. Nur einen Sonnenbrand habe ich bekommen wie es aussieht (und das geht nicht so schnell bei mir...). Ich kühle die ganze Zeit- zum Glück habe ich eine Aprés sun creme mitgenommen...

Morgen geht es auf Tour Richtung Regenwald. Mal sehen, was mich dort erwartet...

Hoffe euch geht es gut und ihr friert nicht so sehr (ich will euch ja nicht neidisch machen, aber mein Sonnenbrand kommt ja nicht von irgendwoher. Heute waren 32°, Sonne ohne Wolken, Wassertemperatur: 26°...)

Bye, Linda

Arrival in Cairns

Dienstag, 24.09.2013

Gestern bin ich in Cairns angekommen. Morgens um 4:30 bin ich aufgestanden und hab mein Zeug zusammengepackt. Schnell Zähne geputzt und dann musste ich auch schon kurz vor 5 vor dem Hostel auf mein Shuttlebus warten. Ganz schön gruselig nachts in Sydney. Da waren Nutten und Drogensüchtige und total verrückte, durchgeknallte Typen – ich hatte echt ein bisschen Angst. Vor allem als der eine Typ so fürchterlich fluchend, starrend und um sich schlagend hinter mir auf und ab gelaufen ist (hat mich an einen eingesperrten Tiger erinnert…).

Aber dann kam endlich das Shuttle. Leider hatten die Leute an der Rezeption einen Tag zuvor einen Fehler gemacht und mein Shuttle ziemlich knapp gebucht, Änderung nicht möglich. Deswegen saß ich ein bisschen auf heißen Kohlen, als es schon 5:50 war und wir kurz vor dem Flughafen im Stau standen (spätestens 6:00 war letzter Check-in!). Aber wie so häufig habe ich wohl einen Schutzengel, der immer gut auf mich aufpasst und die Dinge wie selbstverständlich einfädelt, wie sie sein sollen. Ich bin durch den halben Terminal geflitzt und habe tatsächlich den Flug erreicht. Gepäckkontrolle- kein Problem. Boarding- alles gut. Erst im Flugzeug habe ich gemerkt, wie müde ich eigentlich bin, denn ich hatte schon seit 2 Nächten nicht geschlafen- einerseits wegen meinem blöden Schnupfen, der zum Teil wirklich haarig war (erhöhnte Temperatur bekommen und taub auf einem Ohr von Sonntag auf Montag- ausgerechnet mein Flugtag!) und natürlich wegen der Aufregung.

Als ich nach ca. 3 Stunden gelandet bin, war das eine Mischung aus „Ach du scheiße“ und „wird schon“, denn ich hatte nix gebucht, keine Ahnung wie und wohin ich sollte und keine Ahnung von Cairns. Ich habe erstmal eine halbe Stunde mit dem Handy gekämpft, um mich irgendwo einzuchecken und hab dann aufgegeben und mich einfach in die Innenstadt fahren lassen. Gute Idee, sonst hätte ich diese wunderschöne Location am Wasser mit Hostel (mein Zimmer und Balkon gehen aufs Meer raus) nie gefunden. Da habe ich erstmal gedacht, dass ich nicht gleich weiterpowern muss (war ja erst 10 Uhr morgens), sondern im Sinne von „Gönn‘ dir!“ auch mal einen Tag freimachen kann. Deswegen habe ich all meinen Schlaf nachgeholt bzw. endlich gesundheitlich Pause gemacht und bin am Strand unter einer Palme bei Sonnenschein ohne eine Wolke, einer Temperatur von 30° und einer angenehm wehenden Brise eingeschlafen.

Und siehe da, mir und meinem Schnupfen geht es heute schon besser. Heute bin ich durch die Stadt gelaufen, hab mir ein schönes Sommerkleid gekauft und eine Tauchtour am Riff gebucht. In den Regenwald wollte ich ja auch noch – aber nicht so touristisch (am Riff kommt man da nicht drumrum wg Bootschein und giftigen Fischen und so). Deswegen muss ich selbst planen und recherchieren. Ich habe gedacht, heute abend mal ein kleines (mal sehen was meine Nase bzw. mein Hals sagt) Bier trinken zu gehen in der Kneipe nebenan. Die soll voll verschärft und richtig crazy sein. Dort wollte ich mir Wifi (also Wlan) zulegen und meinen Regenwaldtrip planen, so gut es geht… Wenn nicht, dann eben wieder vor Ort- hat immer funktioniert und klappt besser als ich dachte. Die nächsten Tage werde ich auch mal meine CV (Lebenslauf) fit machen und mal durch die Stadt ziehen und mich bewerben. Noch möchte ich noch ein bisschen touren… Und die Entscheidung, wann ich nun zurückkomme, kann auch nicht mehr ewig warten, aber ein bisschen Zeit hat es ja noch…

 Gerade sitze ich,(damit ich es selber nicht vergesse, gebe ich mal ein Datum an) am Dienstag, den 24.09, am der Lagoon in Cairns im Park. Ich hab gerade Mittag gegessen (Sandwich). Neben mir spielt eine Gruppe Jungs ein paar Reggae- Karibik- Strand- Songs (der Bassist ist gerade mal 12) – richtig geil. Die haben nur Gitarre (manchmal 2), Bass und so eine „Schlagzeugkiste“ und singen dazu meistens zweistimmig, manchmal rappt auch einer zwischendurch oder singt solo. Einfach nur cool. Das hört sich so toll an, aber ich kann es euch leider nur beschreiben…

Der Strand hier ist kein Strand, wie man ihn sich in karibischen Gefilden vorstellt- es ist nämlich kein Sand da! Naja, Sand schon, aber hier ist Ebbe und Flut sehr extrem, deswegen sieht man die meiste Zeit nassen Sand mit Algen, Möwen und kleinen Krabben, die sind wirklich cool. Die haben eine kleine und eine große Schere. Die Große ist entweden grell gelb oder rot und die klopfen sie auf den Boden. Wenn eine Möwe kommt, krabbeln sie schnell in ihre Löcher im Sand, das ist immer ein totales Durcheinander.^^

 

Aborigines und eine Wanderung in den Blue Mountains

Sonntag, 22.09.2013

Ich habe vorgestern die erste Bekanntschaft mit einem Aborigine gemacht. Er hat uns mit einem Willkommenstanz in sein Land eingeladen. Er kommt aus einem der 27 Stämme 80km rund um Sydney. Ihr Land wurde begrenzt durch Flüsse im Norden, Osten und Süden und natürlich dem Meer im Westen.

Er hat uns erklärt, wie Frauen und Männer fischen, da er aus einem Süßwasserstamm kommt, anders wie die Salzwasserstämme. Kleinen Mädchen hat man bei der Geburt das erstes Glied des kleinen Finger der rechten Hand mit Haaren abgebunden und hat es praktisch absterben lassen. Sie haben das gemacht, damit die Frauen, die mit einer Leine aus Menschenhaar oder Lianen fischten, den Fisch früh merken, wenn er beißt, denn die sensiblen Fingernerven waren nun freigelegt. Männer fischten mit Speeren. Sie standen alle im Kreis, nachdem sie Muscheln gesucht und gekaut haben. Alle spuckten zur selben Zeit in die Mitte des Kreises, um die Fische an die Oberfläche zu locken und spießten so viele Fischen auf einmal auf. Weiterhin hat er und von den Digeridoo erzählt, die die Aboriginies yedaki nennen, denn Digeridoo ist ein von den Engländern ausgedachter Name den es in ihrer Sprache gar nicht gibt (genauer kommt es aus dem Irischen und bedeutet „Horn der Eingeborenen“).

Aborigines ist es verboten, ihr Land zu schänden, d.h. sie dürfen nur nehmen, was sie wirklich brauchen und das abhacken von Ästen stand unter Strafe. Deshalb haben sie ihre Umgebung gut beobachtet und sind den Termiten gefolgt, die sich von innen durch die Bäume fraßen. Erkannt haben sie diese hohlen Stämme, indem sie darauf geklopft haben. Haben sie einen Stamm gefunden, der schon „gestorben“ ist, durften sie ihn mitnehmen und ein Musikinstrument daraus machen. Mit diesem Instrument ehren sie ihre Vorfahren (manchmal bis zu zwei Wochen am Stück). Geblasen wird das Instrument nur von Männern, da es bei Frauen zu Toden bei der Geburt von Frau und Kind kam, verursacht durch die starken Bauchmuskeln vom Didgeridoo- spielen. Die berühmte Atemtechnik, das Zirkulationsatmen, kennt ihr bestimmt schon – man bläßt Luft raus durch den Mund und atmet gleichzeitig durch die Nase ein. Damit das Instrument immernoch spielt, bläst man, bevor man keine Luft mehr hat, die Backen auf, atmet durch die Nase ein und drückt gleichzeitig die Luft aus den Backen raus.

Es gibt auch viele Tiere, die von den Aboriginies verehrt werden, weil sie sie beschützen oder ihnen helfen, wie zum Beispiel der, der tödliche Giftschlangen frisst. Selbst die Aborigines können keine Schlangenbisse heilen, deshalb haben sie Schlangen gemieden. Der Vogel half, die Schlangenpopulation zu senken. Beim Fressen lässt er jedoch den Kopf mit den giftigen Drüsen liegen. Weiterhin verehren die Aboriginies Dingos, die aus Indonesien vor 800 Jahren eingeführt wurden und seitdem als Begleiter beim Jagen genutzt wurden, allerdings nur, weil diese Wildhunde nicht bellen, sondern nur heulen können und somit kein gejagtes Tier verscheuchen. Der Kookadoo ist das letzte Tier, ein großer weißer Kakadu, von dem die Aborigines glauben, dass er die Wiedergeburt der Verstorbenen ist, da er bis zu 100 Jahre lebt und Menschenstimmen imitieren kann.

Gestern bin ich dann alleine aufgebrochen, um in den 90km entfernten Blue Mountains zu wandern. Die erste Hürde war, den Weg dahin zu meistern, d.h. das richtige Ticket zu kaufen, die Ticketsperren am Bahnhof zu begreifen, durchzufragen auf welches Gleis ich muss, Undergroundbahn in Sydney zu fahren, umzusteigen, den Zug zu finden, und vom Gleis aus den richtigen Weg zu den Felsen zu finden. Ich bin an diesem Tag sehr viel gelaufen und musste mich dabei auch noch beeilen, damit ich den Zug zurück nicht verpasse. Alles in allem waren es fast 10km in 3 Stunden in einer Höhe von mehr als 1000m (hab zum Teil ganz schön geschnauft). Den Zug habe ich gerade so erwischt. Ich habe wunderschöne Ausblicke genossen (Bilder kommen morgen), mehr als 100 Kakadus gesehen, einen Papagei sogar fotografiert und mich wahnsinnig vor zwei Tieren erschrocken. Das eine huschte als schwarze Silouette und ungefähr so groß wie ein kleiner Hund durchs Unterholz (im nachhinein stellte sich heraus, dass es wohl ein wildlebender Pfau war) und ein langer Schwanz, der vom Busch auf den Weg ragte, der mich erst als Schlange ängstlich gemacht hat und sich dann als große Eidechse herausstellte.

Ich muss jetzt schlafen (ist schon 22:00 Uhr). Morgen muss ich um 4am aufstehen um meinen Flug nach Cairns zu bekommen...

Cu

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